„Ganz schön viele Angebote“

Im Foyer des ZHGs schieben sich die Massen. Die Besucher*innen sehen etwas jünger aus als die üblichen Studierenden und sie haben viele Fragen im Gepäck: Zu den Infotagen der Universität Göttingen sind mehrere tausend Schüler*innen und andere jungen Menschen angereist, die sich für ein Studium in Göttingen interessieren. In mehr als 150 Veranstaltungen wie Vorträgen und Campusführungen, einem Science Slam und an rund 80 Informationsständen erhalten sie Einblicke in das breite Studienangebot und das Unileben. Auch für Lehrkräfte ist gesorgt: Sie können sich im Infocafé bei Kaffee, Saft und Keksen darüber austauschen, wie sie die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in ihrer Studienentscheidung unterstützen können.

Die Nachfrage ist hoch. Ein Großteil der Schulklassen reist aus ganz Niedersachsen und den angrenzenden Bundesländern an, „einige Studienteressierte auch aus dem Ausland“, weiß Aljoscha Niklesz, von der Abteilung Studium und Lehre, der die Infotage organisiert hat. Entgegen dem niedersachsenweiten Trend konnte Göttingen die Besucherzahl in diesem Jahr sogar steigern, erzählt er stolz: „Wir hatten rund 5.000 Anmeldungen, das sind 1.400 mehr Anmeldungen als sonst“. Zusammen mit den Besucher*innen, die ohne Anmeldungen kommen, schätzt er die Teilnehmerzahl in diesem Jahr auf 6.000. Andere niedersächsische Hochschulen berichten dagegen von rückläufigem Interesse.

Um ihr Angebot anschaulich und attraktiv zu machen, lassen sich die Fächer einiges einfallen: Am Stand der Chemie dampfen die Erlmeyerkolben, die Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie hat einen Test zu Waldgerüchen aufgebaut. Die Fragen der Besucher*innen sind ganz unterschiedlich „Dieses Jahr suchen viele erstmal Orientierung und schauen sich alles an“, erzählt Ingo Mey, wissenschaftlicher Referent im Studiendekanat Chemie. „Im vergangenen Jahr wussten viele schon, dass sie Chemie studieren wollten und fragten spezifisch, was Göttingen so bietet“. Anders in der Slawistik: „Bei uns stehen die Fragen nach dem Sprachenlernen im Vordergrund“, berichtet Lukas Hotes von der Fachgruppe Slawistik. Am Stand der Sozialwissenschaftlichen Fakultät dagegen wird häufig nach den Berufsaussichten mit einem Sowi- Abschluss gefragt. Auch Auslandsaufenthalte oder Infos zu den Studiengängen sind Thema, so Sandra Matthäus, wissenschaftliche Mitarbeiterin in den Sozialwissenschaften.

Laura und Elena sind mit ihrer 12. Klasse aus Bad Gandersheim angereist. „Sehr interessant“, findet Elena die Veranstaltung. Sie will vielleicht Lehramt studieren und hat auch schon einige Vorträge besucht. Laura hat sich noch nicht für eine Richtung entschieden und schnuppert in die Vorträge zu Psychologie und Musikwissenschaft hinein. „Ganz schön viele Angebote“, so das Fazit der beiden.

Oben im Infocafé lassen sich zwei Lehrkräfte aus Brandenburg von Susanne Grünkorn aus der Studienzentrale beraten. Sie sind morgens früh um sechs mit ihrer Klasse aus der Honow bei Berlin losgefahren und sind ganz begeistert von dem Göttinger Angebot. Gerne würden sie es in ihrer Schule weiter publik machen. Grünkorn zählt die Möglichkeiten auf: Die Studienzentrale kann einen digitalen Vortrag zugeschnitten auf die Fragen der Klasse anbieten; auch für dreitätige Studienreisen kann ein Programm vor Ort in Göttingen zusammengestellt werden.

Wer nach den Infotagen die Uni näher kennenlernen will, den erwartet ein breites Programm in den kommenden Wochen. Schon am Dienstag, 17. März 2026 ist der digitale Vortrag „Und was willst Du später ‘mal machen? Mit Geistes- und Kulturwissenschaften in den Beruf geplant“ an der Philosophischen Fakultät geplant. Eine Teilnahme ist ohne Voranmeldung möglich, der Link zur Veranstaltung findet sich hier. Ende März starten die Campusführungen und mit Beginn der Vorlesungszeit ist auch wieder ein Schnupperstudium möglich.

Ein Überblick über die studienvorbereitenden Angebote findet sich auf der Webseite der Universität.

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