Perfekte Verbindung zwischen Haltung und Forschung

Titelbild: Das neue Forschung- und Haltungsgebäude „PriCaB“ | Foto: Karin Tilch

Das Deutsche Primatenzentrum hat ein neues Tiergehege, das sogenannte PriCaB. Das Gebäude ersetzt die bisherige Haltungsanlage der Lemuren und Paviane und ist deutlich größer als das alte.

Der Name PriCaB – das Akronym steht für „Primate Cognition and Behavior“ – bezieht sich auf die Forschungsmöglichkeiten, die das Gebäude bietet: Dort sollen künftig Studien zu Kognition und Verhalten mit neurowissenschaftlichem Hintergrund durchgeführt werden. Er ist analog zum Forschungsbau HuCaB (Human Cognition and Behavior) gewählt, einem interdisziplinären Zentrum zur Erforschung menschlicher Sozialkognition, das an der Universität Göttingen entsteht.

In diesem Sommer ziehen zunächst rund 60 Mantelpaviane ins PriCaB ein. Danach wird die Haltungsanlage zusätzlich zwei bis drei Gruppen von je 20 bis 30 Rhesusaffen beherbergen.

Das PriCaB-Gebäude vereint in einzigartiger Weise Aspekte der Tierhaltung und der Forschung mit Primaten. So können Forschungsfragen untersucht werden, ohne dass die Tiere ihre soziale Gruppe verlassen müssen. Dazu werden Interaktionsmöglichkeiten direkt an die Käfige angeschlossen oder in neben den Außenbereichen installierten Interaktionsräumen untergebracht.

Ein Kamerasystem kann zudem rund um die Uhr Verhaltensdaten aufzeichnen, die mit neuartigen Analyseprogrammen ausgewertet werden. Ein integriertes Erkennungsprogramm ermöglicht es, das Verhalten, die Gesundheit und die kognitiven Fähigkeiten jedes Tieres in der Gruppe individuell zu erfassen. Dies ist ein bislang einzigartiger Ansatz, um einerseits den Gesundheitsstatus der Tiere zu beobachten und andererseits wichtige Forschungsdaten zu gewinnen. Somit leistet das neue Gebäude auch einen wesentlichen Beitrag zum Tierwohl und zu verbesserten nicht-invasiven Beobachtungsmethoden.

Ab Herbst 2022 können Besucher*innen das Gebäude im Rahmen von öffentlichen Führungen ansehen.

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