Die Weihnachtszeit ist vorbei – oder? Das gilt jedoch nicht für alle. Denn viele orthodoxe Christen feiern Jesu Geburt am heutigen 7. Januar.
Der Grund für diesen Unterschied liegt nicht im Glauben begründet, sondern ist die Folge der Einführung des Gregorianischen Kalenders im Jahr 1582 durch Papst Gregor XIII – mit dem Heiligen Abend am 24. Dezember. Aber: Wenn es um kirchliche Feiertage geht, haben nicht alle Länder Mittel- und Osteuropas diesen reformierten Kalender übernommen. Stattdessen folgen sie weiterhin dem sehr viel älteren Julianischen Kalender – mit Jesu Geburt am 7. Januar.
Nach diesem Kalender, den der römische Kaiser Julius Cäsar schon vor mehr als 2000 Jahren eingeführt hatte, richten sich die orthodoxen Kirchen von Jerusalem, Russland, Serbien, Polen, Tschechien und der Slowakei, Georgien und der Ukraine sowie die Athos-Klöster. Dies gilt auch in der koptisch-orthodoxen, armenisch-apostolischen, äthiopisch-orthodoxen und syrisch-orthodoxen Kirche.
Antworten auf diese und einhundert weitere Fragen aus der bunten Welt der Religionen liefert Prof. Dr. Wolfgang Reinbold. Der Theologe ist Professor für Neues Testament an unserer Universität und Beauftragter für Interreligiösen Dialog der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Er erklärt zum Beispiel anschaulich, wer die Aleviten und wer die Eziden sind, ob es im Islam ein Oberhaupt gibt und was eigentlich Fronleichnam bedeutet. Und er beantwortet eben auch, warum manche Kirchen Weihnachten erst jetzt feiern.
Das Buch ist aus der Reihe „Religion in 90 Sekunden“ hervorgegangen, die vom Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen-Bremen ausgestrahlt wird. Jede Seite im Buch enthält einen QR-Code zum Video.
Wolfgang Reinbold: Warum ist Weihnachten am 7. Januar? 101 weitere Fragen und Antworten aus der Welt der Religionen, Vandenhoeck & Ruprecht 2025, 112 Seiten, ISBN 978-3-525-60039-9, 10 Euro
