Warum wurden Menschen während der NS-Zeit zu Täter*innen? Und was heißt das eigentlich: Täterschaft? Der Podcast “NS-Cliquen: von Menschen und Mördern” geht ganz persönlichen Geschichten auf den Grund.
Der Historiker Dr. Stefan Hördler von der Universität Göttingen und die Wissenschaftsjournalistin Janine Funke beleuchten in den neuen Episoden anhand von fünf Biografien, wie sich Täter-Netzwerke bildeten, wie die Radikalisierung vor 1941 voranschritt und wie das „lange“ Jahr 1941 mit dem Überfall auf die Sowjetunion zum zentralen Wendepunkt einer beispiellosen Gewalteskalation im Holocaust wurde.
Grundlage sind exklusive, eigens für den Podcast durchgeführte Recherchen sowie bisher unveröffentlichtes Quellenmaterial.
In dieser Staffel stehen unter anderem zwei Männer im Mittelpunkt, die an der Universität Göttingen studierten: Jakobus Onnen und Ludwig Hahn.
Jakobus Onnen war ein Lehrer aus Ostfriesland und SS-Schulungsleiter, der bereits in den 1930ern über Begriffe wie „Lebensraum“ publizierte. Eine bekannte Fotografie aus dem ukrainischen Berditschiw im Juli 1941 zeigt ihn mit einer Pistole am Hinterkopf eines Mannes. Der Podcast zeichnet seinen Weg zum Beteiligten am Massenmord nach.
Der Jurist Ludwig Hahn machte nach 1933 in Weimar sprunghaft Karriere bei der Gestapo und dem Sicherheitsdienst der SS. 1941 stieg er zum Kommandeur der Sicherheitspolizei in Warschau auf, wo er für die Deportation von bis zu 300.000 Menschen verantwortlich war.
Zu hören ist „NS-Cliquen: von Menschen und Mördern“ in ARD-Sounds: https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:extra:9f2c93b2b329edbb
