Maschinen mit Moral?

Können Roboter Mitgefühl simulieren – und sollten sie es überhaupt? Dürfen wir ethische Entscheidungen an Algorithmen auslagern? Und was passiert mit der menschlichen Würde, wenn Pflegeaufgaben zunehmend von Maschinen übernommen werden? In einer Ausgabe des Videopodcasts Jung & Naiv gibt Prof. Dr. Catrin Misselhorn, Professorin für Philosophie an der Universität Göttingen, umfassende Einblicke in ihre Forschung zur KI- und Roboterethik und schlägt den Bogen von antiken Denkmustern zu den technologischen Herausforderungen von morgen.

Ein zentraler Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf dem moralischen Status von KI-Systemen und Robotern. Auch wenn Algorithmen eigenständig Entscheidungen treffen oder Muster erkennen, liegt die letzte ethische Verantwortung immer beim Menschen – bei den Entwickler*innen, Programmierer*innen und denjenigen, die diese Systeme einsetzen.

Misselhorn betont den Unterschied zwischen der bloßen Simulation von Emotionen und echtem Bewusstsein. Dies wird besonders anschaulich beim Einsatz von Pflegerobotern, welche Pflegekräfte im Alltag körperlich entlasten und Abläufe unterstützen. Wenn diese Roboter emotionale Nähe und Zwischenmenschlichkeit vorspielen, stellt sich die ethische Frage nach Täuschung und Würde – insbesondere im Umgang mit schutzbedürftigen Menschen wie Senior*innen oder Kindern.

Die Philosophie leistet einen entscheidenden Beitrag dazu, den technologischen Wandel nicht nur technisch, sondern vor allem menschlich und ethisch fundiert zu begleiten.

Das vollständige Gespräch ist als Videopodcast auf YouTube verfügbar: Jung & Naiv: Folge 835 mit Catrin Misselhorn

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