Kolonialismus und Wissenschaft

Foto: Universität Göttingen, M. Pein, 2016

Studierende der Universität Göttingen haben im vergangenen Sommer in einem Seminar das koloniale Erbe der Universität Göttingen untersucht. Ihre Ergebnisse sind seit kurzem auf der Webseite www.goettingenkolonial.uni-goettingen.de zu finden.

Die Studierenden untersuchten einzelne Göttinger Forscher, die aufgrund von Expeditionen, Rasseforschung oder anderen Studien koloniale Strukturen genutzt haben und von diesen profitierten. Dabei versuchten sie auch, diejenigen namenlosen Expertinnen und Experten vor Ort zu identifizieren, ohne die die Göttinger Forscher es nicht zu ihrem Erfolg gebracht hätten. Bei ihrer Auseinandersetzung mit dem Thema sichteten die Student*innen zahlreiche historische Quellen, wie zum Beispiel Veröffentlichungen, Dokumente oder Fotos. Zudem schauten sie sich verschiedene wissenschaftliche Disziplinen und Orte an, unter anderem den botanischen Garten und die universitären Sammlungen, in denen sich viele Objekte aus damaligen Kolonien befinden.

Auch botanische Gärten wurden durch den Kolonialismus beeinflusst.

In der europäischen Kolonialgeschichte spielten Universitäten eine wichtige Rolle. Durch Forschungen in und über die Kolonien entstanden neue Fachgebiete, zum Beispiel in der Orientalistik, in der Medizin oder auch in den Forstwissenschaften. Gleichzeitig trugen europäische Wissenschaftler dazu bei, die Kolonien besser zu beherrschen und wirtschaftlich auszubeuten.

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