20 Jahre uni|inform

Mit einer neuen Ausgabe der Universitätszeitung uni|inform heißen wir Sie im Sommersemester willkommen. Wir berichten über spannende Aktivitäten und Entwicklungen an unserer Universität und am Göttingen Campus. Und hey, die uni|inform feiert ihren 20. Geburtstag: Im Mai 2002 erschien die erste Ausgabe; bis heute wurden insgesamt 59 Ausgaben gedruckt. Zum runden Geburtstag haben wir die uni|inform befragt.

Herzlichen Glückwunsch uni|inform! 20 Jahre sind eine lange Zeit – welche Highlights sind in Erinnerung geblieben?

Zunächst mal meine Geburt und ganz frühen Jahre: Mit bis zu 24 Seiten brachten meine ersten Ausgaben einiges auf die Waage. Denn die Uni war damals im Umbruch; Stichworte sind rückgekoppelte Autonomie, der Weg zur Stiftungsuniversität, neue Juniorprofessuren und Sparrunden der Landesregierung. Die Highlights im Laufe der Jahre sind natürlich eng verbunden mit den Erfolgen der Universität und ihrer Angehörigen: die Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master, die Förderung in der Exzellenzinitiative, bahnbrechende Entdeckungen und ausgezeichnete Forscher*innen, aber auch zahlreiche Projekte und Initiativen von Studierenden und Beschäftigten. Ich habe noch einmal in meine erste Ausgabe geschaut und über den Themenmix gestaunt: Genomforschung, Schutzplan für die Feldhamster auf dem Nordcampus, unsere Gutenberg-Bibel als Weltdokumentenerbe und die Begrüßung der Studienanfänger. Das alles macht unsere Uni aus.

An einer so großen Universität ist es schwierig, im vielstimmigen Konzert bekannt und gelesen zu werden. Was ist im Laufe der Jahre leichter geworden?

Ich werde ja nicht nur in Göttingen, sondern in ganz Deutschland und sogar im Ausland gelesen. Leichter ist für mich so einiges geworden. Mein Bekanntheitsgrad ist noch einmal gestiegen, seitdem ich im regelmäßigen Turnus erscheine – aktuell drei Mal im Jahr. Leichter bin ich auch in der Aufmachung geworden: In einem ersten Relaunch im Jahr 2006 und einem zweiten im Jahr 2010 sind der Titel, die Schrift und das Layout insgesamt entschlackt worden. Und plötzlich hatte ich Pippi Langstrumpf und Louis Armstrong im Blatt, Interviews und Berichte mit vielen O-Tönen, eine Zeit lang Karikaturen, neue Rubriken wie die Glosse und die Lese-Ecke. Mein Redaktionsteam leistet da ganze Arbeit. Ein Hit bei den Leser*innen ist natürlich die Rufe-Liste auf der letzten Seite – da komme ich meiner Chronistenpflicht nach.

Wünschen würde ich mir noch mehr Geschichten aus dem Unialltag jenseits von Forschung und Lehre. Die aufzuspüren, ist aber gar nicht so leicht. Apropos: Leichter geworden ist auch die Auflage, also die Anzahl der gedruckten Exemplare, was in digitalen Zeiten kein Wunder ist. Das heißt aber nicht, dass ich meine Leser*innen verliere. Viele blättern mich halt jetzt online durch. Vor 20 Jahren, als wir uns noch mühsam mit dem Modem ins Internet eingewählt haben, war das auch für mich unvorstellbar.

Gutes Stichwort. Heute hat die uni|inform als Printprodukt viel Konkurrenz durch Facebook, Instagram, Twitter und unseren Blog. Ein Problem?

Konkurrenz ist für mich ein alter Hut. Vor 10 bis 15 Jahren gab es auf dem Campus plötzlich viele Magazine von externen Agenturen, die aber schnell wieder verschwunden sind. Mich gibt es immer noch, seit Anfang 2019 sogar einmal im Jahr als Campus-Ausgabe. Ich finde, Print und die schnellen Online-Kanäle ergänzen sich gut, denn sie machen uns viel flexibler und holen unsere Leser*innen dort ab, wo sie gerade sind. Ich jedenfalls bin stolz darauf, die vielen spannenden Themen an dieser Uni aufzuspüren, lesbar aufzubereiten und unter die Leute zu bringen.

Hier geht es zur aktuellen Ausgabe und zum kompletten Archiv: www.uni-goettingen.de/uniinform

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