Pferdemädchen und Populärkultur

Dr. Anja Schwanhäußer im Pferdestall, Foto: Nele Brönner

Die Göttinger Kulturanthropologin Dr. Anja Schwanhäußer erforscht die Jugendkultur des „Pferdemädchens“. In ihrem DFG-geförderten Projekt will sie herausfinden, was das mediale Stereotyp des pferdeverrückten Teenies bedeutet. Aktuell hat sie einen Beitrag über Pferdemädchen und Populärkultur veröffentlicht.

Hier geht sie der Frage nach, warum die viel belächelte Figur des Pferdemädchens nicht nur auf dem Jugendmarkt, sondern inzwischen auch in der Hochkultur zu finden ist – zum Beispiel in einem Buch der Schriftstellerin Juli Zeh. Diesen Trend führt Schwanhäußer nicht nur auf die Emanzipation der Pferdemädchen zurück, sondern setzt ihn mit breiteren gesellschaftlichen Entwicklungen in Beziehung: „Ganz allgemein katalysieren Pferde und Mädchen drängende Gesellschaftsfragen wie Umweltbewusstsein und soziale Verantwortung. Denn Werte wie Care und Rücksichtnahme sowie die Frage nach dem sozialen Miteinander sind nicht nur typische Pferdemädchen-Probleme, sie stehen ganz allgemein im Zentrum aktueller gesellschaftlicher Konfliktlinien und sozialer Proteste. Hinzu kommt, dass gesellschaftliche Themen zunehmend mit und durch die Pop- und Populärkultur, das heißt, ästhetisch verhandelt werden.“

Den Beitrag „Horse Crazy – Gefühle im Konsumkapitalismus“ von Dr. Anja Schwanhäußer finden Sie hier.

Über ihre laufende ethnografisch-kulturanalytischen Studie haben wir bereits im vergangenen Jahr in der Universitätszeitung uni|inform berichtet. Unseren Beitrag „Die ,kleine Welt‘ des Ponyhofs“ finden Sie hier.

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