Pandemie-Apps sollten warnen und aufklären

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Jede*r zweite Bundesbürger*in hat die Corona-Warn-App auf das Smartphone heruntergeladen; wie viele Personen sie tatsächlich nutzen ist unbekannt. Welche Chancen und Risiken haben solche Pandemie-Apps aus Sicht von Bürger*innen?

Zehn Studierende verschiedener Fachrichtungen der Universitäten Göttingen und Oldenburg haben sich mit Expert*innen ausgetauscht sowie Empfehlungen erarbeitet, wie forschungsorientierte Pandemie-Apps weiterentwickelt werden könnten. Dabei stand vor allem das Thema Feedback im Mittelpunkt: Wie kommuniziert eine App mit den Nutzer*innen? Welche Informationen stellt sie auf welche Art und Weise bereit? Eine gute Pandemie-App müsse für die Allgemeinheit, die Forschung und das Individuum nützlich sein, schreiben die Studierenden.

Sie setzen dabei auf Transparenz darüber, welche persönlichen Daten erhoben und wie diese genau genutzt werden. Sie wünschen sich ein „Onboarding-Video“, das die Funktionsweise der App erklärt und die Nutzer*innen dabei unterstützt, spätere Feedbacks besser einordnen zu können. Um Anreize für eine tatsächliche Nutzung der Apps zu schaffen, schlagen sie vor, dass die App nicht nur detaillierte Warnungen ausgibt, die ein verantwortungsvolles Handeln im Ernstfall ermöglichen, sondern zusätzlich Informationen liefert, die bei den Nutzer*innen ein gutes Gefühl hinterlassen. Als Beispiele nennen sie Informationen darüber, wie vielen Personen die eigene freiwillige Datenspende geholfen hat oder wie viele Infektionen dadurch statistisch verhindert werden konnten. Darüber hinaus plädieren sie für die Möglichkeit, freiwillig mehr Daten preiszugeben, etwa zum genauen Ort und der Zeit von Kontakten, um dafür im Gegenzug ein umfangreicheres Feedback zum eigenen Ansteckungsrisiko zu erhalten.

Mehr über das Projekt „Unser Gesundheitswesen von morgen: Digitalisierung – Künstliche Intelligenz – Diversität“ unter der Leitung von Prof. Dr. Silke Schicktanz vom Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Universitätsmedizin Göttingen sowie die von den Studierenden erarbeiteten Empfehlungen sind hier zu finden:

http://zukunftsdiskurs.uni-goettingen.de/innovatives-buergerbeteiligungsprojekt-zu-pandemie-apps/

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