Was bleibt vom Terror der RAF?

Vor 50 Jahren trat die Rote Armee Fraktion (RAF) zum ersten Mal in Erscheinung. In den folgenden Jahren hielt sie Staat und Gesellschaft in Atem, was 1977 in den sogenannten Deutschen Herbst mündete. Vor 22 Jahren verkündete die RAF dann ihre Auflösung. Was bleibt vom Terror der Roten Armee Fraktion? Diese Frage diskutieren die Göttinger Historikerin Prof. Dr. Petra Terhoeven, der Journalist und Buchautor Stefan Aust und der Hamburger Politikwissenschaftler Dr. Wolfgang Kraushaar in einer Radiosendung des Südwestrundfunks.

Den Beitrag aus dem Ressort Leben & Gesellschaft von SWR2 gibt es hier.

Terhoeven ist Professorin für Europäische Kultur- und Zeitgeschichte an der Universität Göttingen. Schon lange beschäftigt sie sich mit dem Linksterrorismus der 1970er-Jahre. Zum 30. Jahrestag des Deutschen Herbst veröffentlichte sie 2017 ein Buch, in dem sie den Forschungsstand zur RAF zusammengefasst hat. In einem Interview, das im Oktober 2017 in der Universitätszeitung uni|inform erschien, sagte sie: „Die RAF hat nicht nur eine tiefgreifende Zäsur in der deutschen Nachkriegsgeschichte ausgelöst, sondern lange über ihr Scheitern hinaus eine morbide Faszination entfaltet.“ Das gesamte Interview (pdf-Datei):

Standen bislang überwiegend die Täterinnen und Täter im Zentrum der Forschung, rückt Terhoeven mit ihrem Team nun die Opfer von Terrorismus in den Mittelpunkt. Im aktuellen Forschungsprojekt „Wem gebührt unser Mitleid? – Terrorismusopfer und Gesellschaft in der Moderne“ analysieren sie zunächst deren Rolle in den gesellschaftlichen Deutungskämpfen, die jeder terroristische Anschlag auslöst. In einem zweiten Schritt wollen sie einen öffentlichen Dialog über die Perspektive der Opfer zwischen verschiedenen Akteurinnen und Akteuren im In- und Ausland initiieren. Das Niedersächsische Wissenschaftsministerium fördert das Projekt mit bis zu 120.000 Euro im Rahmen des Programms „Zukunftsdiskurse“.

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