Training nach Bedarf

Studierende wissen selbst am besten, was ihnen noch an Wissen fehlt und wie sie die Inhalte ihres Fachs trainieren müssen, um sie dauerhaft anwenden zu können. Warum also nicht einen Wettbewerb ausschreiben, für den Studierende bedarfsgerecht ihre eigenen Selbstlernmodule entwickeln? Mit diesem Vorschlag konnte der Göttinger Student Jan Steyer die Jury im aktuellen „Ideenwettbewerb für Studierende“ überzeugen und gewann den ersten Preis.

Steyer, der Allgemeine Sprachwissenschaft und Altorientalistik im Bachelor studiert, beschränkte sich mit seinem Vorschlag zunächst auf die Philosophische Fakultät. „E-Learning ist ein wichtiges Querschnitts-Thema für die Philosophische Fakultät“, sagt er. „Viele digitale Module, zum Beispiel zum Sprachenlernen, lassen sich fächerübergreifend nutzen.“ Falls der Wettbewerb erfolgreich ist, könnten andere Fakultäten eigene Modelle finden, um Studierende zum Entwickeln von Selbstlernmodulen zu ermuntern.

Seine Idee umfasst drei Bereiche: Einerseits ein jährlicher Wettbewerb, bei dem die Studierenden ihre Vorschläge für Selbstlernmodule einreichen können. Flankierend dazu schlägt er vor, ein fächerübergreifendes Schlüsselkompetenzmodul anzubieten, in dem die Studierende lernen, wie sie mit der Software „ILIAS“ eigene Lernmodule entwickeln. Theorien zum digitalen Lernen und praktische Übungseinheiten sollten auch Teil des Schlüsselkompetenzmoduls sein. Der dritte Bereich ist eine fakultätsweite Kampagne, die die Akzeptanz digitaler Lehre fördern soll.

Steyer selbst hat viele gute Erfahrungen mit E-Learning gesammelt. Als Hilfskraft in der Interkulturellen Germanistik befasste er sich mit E-Learning beim Sprachenlernen. Außerdem besuchte er das Zertifikatsprogramm Digital Humanities. „Wenn Studierende in die Entwicklung von Lernmodulen eingebunden werden, profitieren alle“, erklärt er. „Die Studierenden entwickeln wichtige Schlüsselqualifikationen und die Universität erhält Module, die sich am realen studentischen Lernen orientieren“.

Jan Steyer mit Urkunde bei der virtuellen Preisverleihung.

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